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Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen fehlen im Land. Kreis Waldshut fordert Handeln für Südbaden!

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17/4792 | Veröffentlicht – Mitzeichnungsfrist läuft
Veröffentlicht am 24.3.2026

Petent

Simone Ziller
79777 Ühlingen-Birkendorf, DE

Anliegen

Die Lage in ganz Südbaden ist kritisch. Gekürzte Stundentafeln und massiver Unterrichtsausfall bestimmen den Schulalltag. Unsere Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) sind die am stärksten wachsende und zugleich am schlechtesten versorgte Schulart. 56.000 Schüler besuchen diese Schulart in Baden-Württemberg, 9.500 weitere werden inklusiv an Regelschulen beschult. Die Personaldecke liegt im landesweiten Durchschnitt bei 87%! Der Anteil an Sonderpädagogen liegt in unseren Regionen vermutlich im Schnitt nur noch bei 50%.

Wir sind der Meinung, dass die bisherigen Maßnahmen des Kultusministeriums nicht ausreichend sein werden, um die Lage zu verbessern. Durch Berentung, Teilzeitarbeit, wünschenswert steigende Inklusion, und regional ungleiche Verteilung, wird die Situation äußerst wahrscheinlich weiterhin bestehen bleiben. Kein Kind sollte auf eine gezielte Förderung warten müssen.

Unsere Forderungen für alle strukturell benachteiligten Kreise.

1. Gezielte Haushaltsmittel 2026/27, um den Mangel an Sonderpädagogen nachhaltig zu bekämpfen:
‒ Einrichtung einer Sonderförderlinie „Sonderpädagogik im ländlichen Raum“ mit zusätzlichen Anreizen. Beispielsweise Landeszuschläge für pädagogisches Personal in grenznahen, oder strukturschwachen Regionen. Zusätzlich regionale, befristete Mangelzulagen (z. Bsp. 300€/Monat) für SBBZ-Einsätze in Notlagen zur schnellen Personalgewinnung.

2. Aufbau eines gemeinsamen „Fachkräftepools Sonderpädagogik“, koordiniert über die Regierungspräsidien:
‒ Ein Notfallteam das flexibel einspringt, wenn kurzfristige Ausfälle entstehen. Das Land muss jetzt die rechtlichen und finanziellen Voraussetzungen dafür schaffen, denn der Mangel wird noch Jahre anhalten.

3. Mehr Studien- und Referendariatsplätze für Sonderpädagogik:
- Die Nachfrage ist noch immer höher als die Zahl der angebotenen Studienplätze und es wird weiterhin der Numerus Clausus angewendet, Direkteinstieg und Quereinsteigerplätze maximal ausbauen. Mit Hochschulen außerhalb BW zur Nutzung zusätzlicher Kapazitäten kooperieren.

4. Leute aus der Region für die Region gewinnen.
-Ausbildung an den Hochrhein verlegen.
-Vereinfachte Anerkennung, Praxiszeiten anrechnen.
- Sonderpädagogikstudenten, die auch aus unserer Region stammen und an der Fachhochschule Nordwest-Schweiz (FHNW), heimatortsnah studieren, sollten unbedingt ohne bürokratische Hürden an deutschen Schulen arbeiten und verbeamtet werden können.
- Kurzfristig durch eine Pilotvereinbarung: Praktikums- und Mentoring-Plätze für FHNW-Studierende; gezielte Rekrutierung in Südbaden. Ein bilaterales Abkommen wäre eine Fachkräftechance. Ein Beispiel nehmen am qualitativ sehr guten und schnelleren Ausbildungsweg für Pädagogen in der Schweiz.

5. Zusätzliche Entlastungskräfte für Schulleitungen und Lehrkräfte an den SBBZ von unterrichtsfremden Aufgaben, wie der IT-Administration oder bürokratischer Pflichten.

6. Klare Bekenntnis der Regierung zum Erhalt der Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren, damit Träger Sicherheit für Investitionen haben. Echte Wahlfreiheit für Eltern, ob ihr Kind inklusiv beschult werden soll, oder in einem Zentrum. Beide Wege brauchen ausreichend personelle Ausstattung.

7. Transparenz schaffen:
‒ Einführung eines jährlichen Sonderberichts zur sonderpädagogischen Versorgung, Schülerzahlen, Pensionierung, offene Stellen um regionale Unterschiede sichtbar zu machen.

Begründung:
Besonders benachteiligt sind die Kinder an den Schulen in ganz Südbaden, als Beispiel der Kreis Waldshut. Hier herrscht seit Jahren ein gravierender Mangel an Sonderpädagogen und Sonderpädagoginnen. Ein Zustand mit dem keiner zufrieden sein kann. Unsere Schulleiter und Schulleiterinnen sind Krisenmanager. Unterricht findet chronisch in reduziertem Umfang statt, oder entfällt zusätzlich, weil keinerlei Vertretungskapazitäten vorhanden sind.

Diagnostiktermine verzögern sich, Quereinsteiger übernehmen Aufgaben, die eigentlich Fachpersonal erfordern. Während die Regierung im Grundschulbereich Ganztagsschulen ausbauen will (man fragt sich vor Ort, mit welchen Lehrern), müssen unseren Kindern mit Beeinträchtigungen und Pflegegraden die Nachmittage aus Personalnot gestrichen werden.

Eine zufriedenstellende Inklusionslösung für die Körperbehinderten Kinder muss endlich geschaffen werden. Nach der Grundstufe sind sie gezwungen ein weit entferntes Internat zu besuchen. All das bedeutet viel Leid, Frust und Zukunftsangst für die betroffenen Familien. Die Zahl der Studienabsolventen aus Freiburg der kommenden Jahre, wird für die Region zu spät und zu wenig Effekt haben. Auf einem landesweit leergefegten Markt, in der Nähe zur Schweiz und anderen attraktiven Ballungszentren bleiben unsere Chancen am Hochrhein schlecht. Wobei wir, die diese Region ihre Heimat nennen dürfen, es sehr schätzen hier zu leben.

Die Bedürfnisse einer ganzen Schülergeneration wurden bereits ignoriert, weil wir mit weiteren, stark unterversorgten Kreisen eine kleine und zu leise Gruppe sind. Eine weitere Generation Schüler mit Sonderpädagogischem Bedarf wird unter Umständen von diesem Mangel noch ihre gesamte Schullaufbahn betroffen sein. Dass die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen von unserer Regierung noch nicht gesehen wird, ist ein Armutszeugnis. Es zeigt, wie weit Anspruch und Wirklichkeit in der Bildungspolitik auseinanderklaffen. Vielleicht auch mal beim Schwächsten ansetzen und damit viel bewirken für die Zukunftschancen und Teilhabe dieser Kinder, die nicht nur Zahlen in einer Statistik sind.

Zitat unserer regionalen GEW: „Bildungspolitisch bleibt The Länd sonst weiterhin The ELänd.“

Wir unterstützen das 15-Punkte-Programm gegen den Lehrkräftemangel der Bildungsgewerkschaft GEW. Inklusion ist ein wertvolles Ziel ‒ aber sie gelingt nur, wenn sie gut ausgestattet ist. Nicht jedes Kind profitiert von inklusiver Beschulung; ein großer Teil braucht die gezielte Förderung eines SBBZ. Beide Wege müssen gleichwertig unterstützt werden ‒ das ist echte Wahlfreiheit und gelebte Bildungsgerechtigkeit. Der chronische Fachkräftemangel gefährdet dieses Recht in vielen Regionen Baden-Württembergs. Das Land muss jetzt handeln und im kommenden Landeshaushalt 2026/27 die nötigen Mittel bereitstellen, um diese Schieflage langfristig zu beenden.

Unterstützen Sie diese Petition, damit Kinder mit Förderbedarf ‒ ob in Waldshut, Konstanz, Tuttlingen, Villingen, Donaueschingen, Freudenstadt, Sigmaringen, Main-Tauber-Kreis, Neckar-Odenwald-Kreis, oder in weiteren schlecht versorgten Kreisen endlich die Förderung erhalten, die sie brauchen.

Die Elterninitiative der SBBZ im Kreis Waldshut

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